Hannover. Die Thüringer Aussteller ziehen ein positives Fazit der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover, die heute ihre Pforten schließt, ergab eine OTZ-Umfrage. „Die Messe hat sich gelohnt“, sagt Heiko Dietz vom Geraer Systemhaus Nexory. Ihn überraschte das große Interesse gerade aus Thüringen. 30 Firmen aus dem Freistaat klopften wegen Lösungen im Dokumentenmanagement an. „Wir kommen wieder zur Cebit“, kündigt Dietz an, der Ende 2010 mit seiner Firma durchgestartet war.
Der Kontakteordner ist auch beim Jenaer Softwareanbieter Orisa gut gefüllt. „Nicht die Zahl der Menschen im Gang interessiert“, sagte Vertriebsleiter Matthias Plietz, der sich über eine Vielzahl qualifizierter Kontakte freute. Abschlüsse habe es freilich noch nicht gegeben, sagte er. Zwischen einem halben und anderthalb Jahren dauere die Anbahnung von Geschäften in der Regel. Orisa hat sich auf Konfiguratoren spezialisiert. Weniger solche im Endkundengeschäft, die es Nutzern erlauben, ein individuelles Auto zusammenzuklicken. Zielgruppe sind vielmehr Maschinenbauer, die im Geschäftskundenbereich individualisierte Geräte vertreiben wollen. Die Lösung von Orisa dockt direkt an der Unternehmenssoftware an. Verbunden mit der Einführung sei oft eine Optimierung der internen Prozesse.
Mario Greiner, Geschäftsführer der Cartridge-Space GmbH aus Kaulsdorf, plant ebenso eine Rückkehr nach Hannover. „Wenn wir einen besseren Stellplatz bekommen“, fügt er an. Am ersten Tag war er unglücklich, weil die Besucherströme nicht am Stand vorbeiführten. An den nächsten Messetagen ergaben sich gute Gespräche. „Kunden vergleichen nun die Preise, probieren eine Testlieferung“, sagt Greiner.
Dabei schickt sein Unternehmen keine Ware raus, sondern sammelt gebrauchte Tonerkartuschen oder Druckerpatronen. Täglich gehen 140 Sendungen von 7500 Geschäftskunden ein. Cartridge-Space sortiert diese und führt sie Unternehmen zu, die sie wiederbefüllen. 14 Mitarbeiter zählt die Kaulsdorfer Firma, die bis zu 13 Euro (Stand März 2011) für gebrauchte Laserkartuschen zahlt.
Ein positives Fazit der Cebit- Premiere zieht Matthias Rode vom Unternehmen Varys. Die Tochter der Stadtwerke Jena ist spezialisiert auf die Abrechnung etwa von Heizkosten, hat aber auch eine Software zur Wohnungsverwaltung großer Bestände programmiert. „Im nächsten Jahr können wir darauf aufbauen“, sagt Rode verbunden mit dem Wunsch, vielleicht in die erste Reihe des Thüringenstandes zu rutschen. Eher pessimistisch war Michael Selle, Geschäftsführer von The Agent Factory Jena, vor der Messe, täuschte sich aber. „Es ist richtig, richtig gut gelaufen.“ Er wollte zwar das Thema mobiles Bezahlen in den Fokus rücken, gefragt waren aber vor allem Auskunftssysteme für Nahverkehrsunternehmen. Die Jenaer haben ein Navigationssystem für den öffentlichen Nahverkehr entwickelt. Kunden erfahren über ihr Handy die beste Route zum Ziel. Die Anwendung arbeitet ähnlich wie ein Autonavi, das dynamisch reagiert, falls der Fahrer andere Wege einschlägt oder schlicht falsch abbiegt. „Steigt jemand an der falschen Haltestelle aus, gibt es neue Ratschläge, um ans Ziel zu kommen“, sagt Selle.
Sollte ein Verkehrsmittel in der Reisekette verspätet sein, fließen diese Daten ebenfalls ein, hebt der Geschäftsführer hervor. Getestet wird die Anwendung derzeit in Dresden. Wegen des Erfolges plant Selle, auch 2012 auf die Cebit zu gehen. „Ob am Thüringenstand oder mit einer eigenen Präsenz, entscheiden wir noch.“
|